Akupunktur

Die ältesten Nachweise für die Akupunktur kommen aus China und sind auf 3000 v. Chr. datiert. Teilweise parallel zu dieser Entwicklung wurden auch aus anderen Kulturkreisen ähnliche Techniken entwickelt: Indien, Ägypten, Griechenland, Kurdistan (medizinische Tätowierungen) und einige afrikanische Kulturkreise (medizinische Verbrennungen). Selbst “Ötzi”, der Gletschermann, trägt Skarifizierungen, deren Lage auf therapeutische Anwendung schließen lassen.

Das Erklärungsmodell der chinesischen Medizin beruht auf der Lehre von Yin und Yang (Ausgleich der Gegensätze), der Lehre von den Grundsubstanzen des Lebens (Essenz-jing und Qi), System der Wandlungsphasen (Feuer, Metall, Wasser, Holz, Erde), Lehre der zang fu-Organe (Leber, Herz, Milz, Lunge, Niere, Gallenblase, Dünndarm, Magen, Dickdarm, Blase) und dem System der Leitbahnen (Meridiane).

Akupunktur
Akupunktur

In der westlichen „Schul“-Medizin konnten verschiedene Wirkmechanismen auch biochemisch und physiologisch eindeutig nachgewiesen werden:

1. Ausschüttung von körpereigenen morphinartigen Substanzen, „Glückshormone“ (Endorphine, Enkephaline) und Nerven-Überträgersubstanzen (Neurotransmitter: Serotonin, Noradrenalin, GABA etc.)
Diese Substanzen sind nicht nur für die schmerzstillende, sondern auch für die psychisch entspannende und ausgleichende Wirkung verantwortlich.

2. Die nervale Akupunkturwirkung
Stimulation von Akupunkturpunkten (Nozizeptoren) mit Hilfe der Nadel und auch mit anderen akupunkturähnlichen Methoden führt zu einer Aktivierung von Schmerzkontrollmechanismen auf der Mittelhirnebene (Gate-Control-Effekt)

3. Reflexwirkung der Akupunktur
Ebenso wie krankhafte Veränderungen an inneren Organen zu Erscheinungen an der Körperoberfläche führen (schmerzhafte Verspannung der Muskulatur, Schmerzen über definierten Hautarealen = Headsche Zonen), kann dieser Weg therapeutisch umgekehrt beschritten werden. Durch Reizung der Haut- und Muskelareale werden demselben Segment zugehörige Organe beeinflusst.

Die Akupunktur kann je nach Anwendung wirken:

  • schmerzlindernd
  • psychovegetativ entspannend
  • antiemetisch (Übelkeit unterdrückend)
  • regulierend
  • aktivierend

Indikationsübersicht und Einsatzgebiete
Die Akupunktur unterstützt insbesondere die Behandlung folgender orthopädischer Krankheitsbilder:

  • Halswirbelsäulenschmerzen („Schulter-Nacken-Beschwerden”)
  • Lumbal-Syndrom („Hexenschuss”), Lumboischialgien („Ischiasbeschwerden”)
  • Hüft-, Knie- und Schulterschmerzen z.B. durch Arthrose
  • Epicondylitis („Tennisellenbogen”) und andere Sehnenansatz- oder Sehnenscheidenentzündungen